Künstler und Kinder

Die Jagd nach dem Unwahrscheinlichen

Vilem Flusser hat die Befürchtung geäußert, dass die Menschen durch die zunehmende Automatisierung – auch im Bereich der Fotografie – ihre Eigenständigkeit und Kreativität verlieren und zu willenlosen Anhängseln ihrer programmierten Apparate werden. Vor diesem Hintergrund riet er den Fotografierenden, gegen die Programme und Apparate an zu fotografieren.

Seiner Ansicht nach ist der Apparat (als Folge vorangegangener Realisationen) eine Menge von möglichen Bildern. Der Fotograf ist (als Folge vorangegangener Realisationen) ebenfalls eine Menge von möglichen Bildern. Und schließlich sind auch die im Raum schwirrenden Photonen (als Folge vorangegangener Realisationen) eine Menge von möglichen Bildern. Der Fotograf ist freilich durch sich selbst und durch die Möglichkeiten seines Apparats und der ihm begegnenden Photonen in seinen Möglichkeiten eingeschränkt, seine Freiheit ist insofern nicht absolut, sondern ‚programmiert‘. Die Kunst besteht nach Flusser darin, die Einschränkungen und Programmierungen in den Dienst des eigenen Wollens zu stellen. Der Fotograf muss wollen, was der Apparat kann, aber der Apparat muss tun, was der Fotograf will.

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