Fototutorial 1: Die Blende

Die Blende ist eines der wichtigsten Elemete beim Fotografieren, daher solltes du wissen, wie sie funktioniert und was sie bewirkt! Alles wichtige zur Blende lernst du deshalb hier…
 

Obwohl die vielen Zahlen für Fotografie-Neulinge meist ein Horror sind, ist es unbedingt nötig sich einmal alles über Belichtungszeiten, ISO-Werte und eben auch Blendenzahlen anzueignen. Keine Sorge: ich bin auch alles andere als ein Mathe-Ass und hab es trotzdem hinbekommen! Ist wie Fahrrad-Fahren: einmal gelernt – nie mehr vergessen!
Wenn ihr also in eurem Kamera-Menü oder an der Kamera selbst das Einstellrad für die Blende entdeckt hab (oft steht ein f für focus davor), dann wir euch auffallen, dass es hier eine auf den ersten Blick verwirrende Zahlenreihe zu entdecken gibt: 1.4, 2, 2.8, 4 , 5.6, 8, 11, 18 usw. Hier hat sich niemand einen Scherz erlaubt, sondern es ist ganz richtig so, denn für diese Zahlenreihe mit ihren seltsamen Dezimalzahlen gibt es eine ganz einfache Erklärung:
die Blendenzahlen bezeichnen die Größe der Blendenöffnung, um ganz genau zu sein: sie bezeichnen den Durchmesser der Öffnung im Objektiv, durch die Licht einfallen kann. Diese Öffnung lässt sich dank der Blende verändern. Logisch ist dann: je größer die Blendenöffnung, desto mehr Licht kann einfallen!
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Die Frage die sich nun stellt ist: warum gibt man den Durchmesser der Blendenöffnung nicht einfach in Millimetern an?
Hier wird es etwas komplizierter, denn die Zahlen beziehen sich nicht auf die Lichtmenge, die vorne durch Objektiv hereinfällt, sondern auf die Lichtmenge, die auf den Film (oder in digitalen Kameras auf den Sensor) fällt, also das, was vom Licht „hinten“ ankommt. Diese Lichtmenge hängt aber nicht nur davon ab, wie groß die Blendenöffnung ist, sondern auch von dem Objektiv, das verwendet wurde.
Die Brennweite eines Objektivs, also der Abstand der Linsen zum Film (oder Sensor) verrät dem Fotografen, wie groß das Abbild des fotografierten Gegenstandes oder Models auf dem Film (bzw. Sensor) sein wird.  Bei gleichem Abstand zwischen Fotograf und Objekt, erzeugt ein Teleobjektiv ein größeres Abbild als ein Weitwinkelobjektiv. (mehr hierzu unter „Objektive“). Da ein Teleobjektiv die Objekte größer abbildet, als ein weitwinkliges Objektiv, verteilt sich auch das vom Gegenstand reflektierte Licht auf eine größere Fläche auf dem Film (oder Sensor). Daher ist das reflektierte Licht, welches durch ein Teleobjektiv fällt weniger, als würde es durch ein Weitwinkelobjektiv fallen.
Und hier kommen wir wieder zu unseren krummen Blendenzahlen: die berücksichtigen nämlich die jeweilige Brennweite, sodass die Bildhelligkeit bei einem bestimmtem Gegenstand stets die selbe ist, egal welches Objektiv man benutzt. Die Blendenzhal ergibt sich nämlich aus der Brennweite des Objektivs (z.B. 50mm) geteilt durch den jeweiligen Durchmesser der Blendenöffnung (z.B. 25mm). 50mm : 25mm = Blendenzahl 2.
Schließt man nun den Durchmesser der Blendnöffnung auf 12,5 mm, ergibt sich der Blendenwert 4.
Und nun noch etwas für die Mathe-Genis unter Euch:
die Crux an der Sache mit der Blendenreihe ist, dass sich mit jedem Blendenschritt die Bildhelligkeit entweder halbiert oder verdoppelt. Das Bedeutet, dass sich mit jedem Blendenschritt die Fläche der Blendenöffnung halbiert oder verdoppelt. Da sich aber die Fläche der Blendenöffnung mit dem Quadrast ihres Durchmessers ändert, handelt es sich bei den Blendenzahlen immer um die Quadratwurzeln der durch fortlaufendes Verdoppeln entstehenden Zahlenreihe. Nimmt man die Zahlen 1, 2, 4, 8, 16, 32, 64 …. und zieht jeweils die Quadratwurzel, erhält man 1,000 ; 1,414; 2; 2,828; 4; 5,657; 8; 11,314;16.. Diese Zahlen entsprechen (abgerundet natürlich) der Blendenreihe!
Wichtig ist aber eigentlich nur: bei jedem Verstellen der Blende um einen Schritt nach oben oder unten, verdoppelt oder halbiert sich jeweils die Bildhelligkeit.
Was man sich hierbei jedoch merken muss ist:
kleinere Zahl = größere Öffnung = helles Bild!
größere Zahl = kleinere Öffnung = dunkleres Bild!
Als wäre das nicht schon genug, gibt es aber noch einen weiteren Effekt der Blende, den ich Euch vorstellen möchte: die Blende bestimmt nicht nur, ob ein Bild hell oder dunkel ist, sondern auch, ob viel oder wenig Tiefenschärfe im Bild vorhanden ist.
Mit der Tiefenschärfe wird bezeichnet, wie weit die Schärfe ins Bild hinein reicht.
Fotografiert ihr zum Beispiel drei Menschen, die jeweils um ein paar Schritte versetzt, hintereinander stehen, bestimmt ihr mit der Blende, ob nur der erste, der genau vor Euch steht scharf wird, oder ob alle drei scharf sein sollen. Ist nur der erste scharf, spricht man von einer geringen Tiefenschärfe – das wird gerne bei Portraits benutzt: hier ist nur das Gesicht des Portraitierten scharf und der Hintergrund verschwindet in einer schönen Unschärfe. Sind alle Personen scharf abgebildet, spricht man von einer großen Tiefenschärfe.

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